Die meisten kennen Vitamin D als das Sonnenvitamin. Gut für Knochen, gut fürs Immunsystem. Aber dass es auch für Zähne und Zahnfleisch eine entscheidende Rolle spielt? Das wissen die wenigsten.
Was hat Vitamin D mit Zähnen zu tun?
Vitamin D reguliert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel im Körper. Ohne ausreichend Vitamin D kann der Körper Kalzium nicht richtig aufnehmen. Und Kalzium ist der wichtigste Baustein für Zahnschmelz und Kieferknochen.
Das ist aber nur ein Teil. Vitamin D wirkt auch entzündungshemmend und hilft dem Immunsystem, schädliche Bakterien im Mundraum in Schach zu halten. Genau die Bakterien, die Zahnfleischentzündungen und Parodontitis verursachen.
Vitamin-D-Mangel und Parodontitis
Mehrere Studien zeigen einen klaren Zusammenhang: Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel haben ein deutlich höheres Risiko für Parodontitis. Also den entzündlichen Abbau des Zahnhalteapparats, der im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führt.
Was passiert bei Mangel konkret? Das Zahnfleisch entzündet sich leichter, weil die körpereigene Abwehr geschwächt ist. Der Kieferknochen baut schneller ab, weil Kalzium nicht richtig eingebaut wird. Nach zahnärztlichen Eingriffen heilt alles langsamer. Und gerade im Alter steigt das Risiko für Zahnverlust deutlich.
Studien zeigen: Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung kann Entzündungsmarker im Mundraum messbar senken und den Zahnhalteapparat stärken.
Wen betrifft das besonders?
Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland weit verbreitet. Gerade in den Wintermonaten bildet die Haut kaum Vitamin D.
Ältere Menschen sind besonders betroffen, weil die Haut mit dem Alter weniger effizient arbeitet. Auch wer viel drinnen ist, ob Homeoffice oder Schichtarbeit, bekommt oft zu wenig ab. Bei Patienten mit bestehender Parodontitis kann ein Mangel die Erkrankung verschlimmern. Und bei Implantaten? Da beeinflusst Vitamin D direkt, wie gut der Kieferknochen das Implantat annimmt. Kein unwichtiges Detail.
Warum uns das Thema wichtig ist
Bei senzivo steht Prophylaxe im Mittelpunkt. Probleme verhindern, bevor sie entstehen. Vitamin D gehört für uns zu den Faktoren, die man kennen und im Blick haben sollte.
Gut zu wissen
Wir bieten in unserer Praxis einen Vitamin-D-Test an. Ein einfacher Bluttest, der zeigt, wo du stehst. Kein Verkauf, keine Nahrungsergänzungsmittel. Nur eine fundierte Einschätzung, die dir hilft, deine Zahngesundheit langfristig zu schützen.
Was du selbst tun kannst
Regelmäßig rausgehen hilft schon. 15 bis 20 Minuten Sonnenlicht am Tag reichen, damit der Körper Vitamin D bilden kann. Fetter Fisch, Eier und Pilze liefern zusätzlich Vitamin D über die Ernährung.
Wenn du zur Risikogruppe gehörst, lass deinen Spiegel testen. Und komm regelmäßig zur Prophylaxe, damit wir früh erkennen, wenn sich etwas verändert.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.
Quellen:
- Laky M. et al. (2017): Vitamin-D-Mangel und Parodontitisprogression. zm-online.de
- Garcia M. et al. (2011): Positive Effekte von Vitamin D auf unterstützende parodontale Therapie. iww.de
- Grenier D. et al. (2016): Antientzündliche und knochenfördernde Wirkung von Vitamin D. deguz.de
- Antonoglou G. et al. (2015): Korrelation zwischen Vitamin-D-Spiegel und chronischer Parodontitis. sunstargum.com